LRS, Legasthenie, Lese-Rechtschreibstörung
Mein Interesse gilt der Neurobiologie der Legasthenie, den Fördermöglichkeiten und der regionalen Verknüpfung aller Beteiligten, vor allem aber auch der Frühdiagnostik und der Vorbeugung von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten.
Leider haben sich in einer eigenen Arbeit (siehe Veröffentlichungen) die Hoffnungen nicht bestätigt, mit dem Bielefeld Screening (BISC) Kinder mit hohen Risiken für Störungen des Lese-Rechtschreiberwerbs schon am Ende der Kindergartenzeit erfassen und somit gezielt fördern zu können. Allzu viele Kinder hatten im BISC falsch positive und falsch negative Vorhersagen. Wir haben daraus den Schluss gezogen, dass am Ende der Kindergartenzeit alle Kinder an vorbeugenden Maßnahmen teilnehmen sollen.
"Wir" sind die Mitglieder eines interdisziplinären Arbeitskreises in der Stadt Freiberg am Neckar. Dort werden seit fast 10 Jahren alle Kinder im Kindergarten in der Sprache und in den Vorläuferfähigkeiten für den Schriftspracherwerb gefördert. Die Materialen für diese Arbeit können Sie bei www.sprachfoerderung-freiberg.de nachlesen und bestellen. In der Prävention von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten wird 10 Wochen lang "Hören, lauschen, lernen" von Küspert und Schneider (siehe www.phonologische-bewusstheit.de) angewandt, danach weitere 10 Wochen die von uns erstellten Freiberger Sprachspiele "Hören, sehen, verstehen".
Die Ergebnisse dieser Arbeit in den Freiberger Kindergärten sind sehr ermutigend. Sie wurden in der Diplomarbeit von K. Nicolay und A. Rupp veröffentlicht: "Evaluation eines vorschulischen Förderprogramms und einer Test-CD zur auditiven Wahrnehmung" (Universität Mannheim, 2004).
In der gleichen Arbeit konnten wir zeigen, dass sich bei den Vorschulkindern mit "Hören, lauschen, lernen" plus "Hören, sehen, verstehen" eine Verbesserung der auditiven Wahrnehmung und Verarbeitung erreichen lässt.